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Rausgesteckt, durchgetankt, reingeflankt und unter die Latte gesetzt

FCG-Heimspiel gegen Beiertheim - Auf einen Punkt gebracht

FCG D1 - SVK Beiertheim D1 1:1 (0:1)



(BJH) „Die werden loslegen wie die Feuerwehr, was kann man dagegen machen?“, so die Einleitung des Friedrichstaler Trainers am 6. Spieltag, an dem Beiertheim zu Gast ist. Damit hat er schon mal Unrecht, denn die Gäste sind heute über lange Strecken mit Löschen beschäftigt. Schon in der ersten Minute findet der Ball beinahe den Weg ins Beiertheimer Tor. Friedrichstal brennt und spielt gut. Insgesamt können alle Spieler froh sein, dass sich die sommerliche Schwüle in den Herbst verabschiedet hat. Temporeich geht es zu, und im Unterschied zu Beiertheim hört man die Friedrichstaler sich ständig gegenseitig motivieren. Das lässt auch nicht nach, als sie das 0:1 kassieren, auf das sie gut und gerne und verdient hätten verzichten können. Oft rufen Trainer, Eltern und wer weiß nicht noch ein „Geh, geh, geh!“ Richtung Spieler, dabei rennen sie, was das Zeug hält. Die einen fachen das Feuer an, die anderen kommen mit dem Löschzug. Sogar dem Ball merkt man an, dass er unbedingt ins Beiertheimer Tor will. Dass die Gäste wissen, wie fraglich ihre Führung ist, merkt man an ihren Spieleräußerungen: „Leute, das kann doch nicht wahr sein“, ruft einer, weil die Beiertheimer immer wieder Zweikämpfe verlieren. Dem folgt nach dem Führungstreffer ein „Ihr könnt‘s doch“. 


Halbzeitansprache
Halbzeitansprache

Als die zweite Halbzeit ansteht, erscheint Friedrichstal zuerst auf dem Platz, was als gutes Omen verstanden werden will. Sie müssen das Spiel nicht drehen, wie man so schön sagt, sie müssen nur das Tor machen. Und das tun sie jetzt in der ersten Minute: Rausgesteckt, durchgetankt, reingeflankt, unter die Latte gesetzt. Sogar das Beiertheimer Publikum gibt zu, dass Friedrichstal besser ist. Nur hätte nie jemand den Satz: „Das ist Fußball“, kreiert, wenn es so einfach wäre. Denn Fußball ist, dass das Spielergebnis nicht immer den Spielverlauf spiegelt. Zwar kämpfen die Friedrichstaler um den Sieg, aber dem Ball gefällt es heute viel besser neben dem Tor oder in Torwarthänden, vielleicht hätte man ihm – dem Ball (zwinker) – einfach mal seine Streicheleinheiten vorab geben sollen. In den letzten Minuten kommt Wind auf und die Friedrichstaler Fans erleben beinahe ein Déjà-vu, als der Mittelfeldspieler wie im Pokalspiel vor drei Tagen den Ball durchsteckt. Aber dann geht der Ball nicht rein, er rollt auch nicht, er will halt nicht. Ob es doch das laue Herbstlüftchen war? Jedenfalls mussten die Beiertheimer sich heute sehr wehren, um nicht zu verlieren.