· 

Wenn die Liebe zum Ball zu groß ist

FC Busenbach D1 - FCG D1 1:5 (0:3)



(BJH) Die Anfahrt zum Ligaspiel gegen Busenbach gestaltet sich durch Umleitungen und kurzfristige Verlegung auf ein anderes Feld schwierig. Trotzdem kommen alle an, aber in den ersten Aufwärmminuten meldet sich ein Spieler ab, die Beine wollen nicht und nur mit Kopf und Hand gewinnt man bei Fifa, nicht aber auf dem echten Rasen. Zwei Verletzte sitzen jetzt auf der Bank und werden das ein oder andere Mal intuitiv auf die Fifa-Fernbedienung schimpfen im Sinne von: „Den musst du doch machen“.

Busenbach gelingt schon nach zehn Sekunden ein Torschuss, aus dem eine Ecke resultiert, die Mannschaft erweist sich aber im Spielverlauf als unterlegen. Der Führungstreffer gelingt Friedrichstal in Minute 5, das 0:2 fällt in Minute 10 nach einer Ecke, das 0:3 in Minute 13. Gegen Ende der ersten Halbzeit bettelt der Busenbachtrainer vom Spielfeldrand aus seine Jungs an: „Ein Tor, bitte, kommt“, aber das bleibt bis zur Halbzeit aus.



Trotz Führung herrscht aus diversen Gründen eine gewisse Unzufriedenheit beim FCG, aber die verletzten Spieler formulieren es anders: „Was habt Ihr, Leute, wir führen.“ Der Trainier freut sich seinerseits über die Führung, bemängelt aber, dass der Ball nicht richtig läuft (wie auch ohne Beine?): „Ihr liebt ihn so sehr, dass Ihr ihn nicht hergebt“. Aha, endlich ist geklärt, warum dem Ball im Fußball meist der Artikel fehlt, egal ob bestimmt oder unbestimmt. Wer kennt sie nicht, die Formulierungen auf dem Platz: „Ich hab Ball“, „Gib mir Ball“ – immerhin gibt es den Schiedsrichterball, aber ansonsten muss das arme Ding ohne der- die - das auskommen. Wieso, weshalb, warum – wer das fragt ist … kein Fußballer. Ohne Ball kein Spiel, also wozu brauchen diese vier Buchstaben Unterstützung?

Die Friedrichstaler Füße lieben den Ball (ja, DEN - die Autorin bringt es nicht fertig, ihn allein stehen zu lassen), er klebt an ihnen und wird das ein oder andere Mal zu spät Richtung Mitspieler oder Tor abgegeben, zum Wohle von Busenbach. Denn kaum ist die zweite Halbzeit angepfiffen, liegt das vierte Tor für die Germanen in der Luft. „Aufpassen, angreifen“, verlangt Busenbachs Trainer und als seinen Jungs nach dem 0:4 das 1:4 gelingt, werden sie munterer, wenngleich ihr Torwart seine Hoffnung auf einen Doch-noch-Sieg mehr flüstert als ruft. Lauter ist da der Trainer: „Ihr müsst halt was machen“, so sein für alle hörbarer Kommentar. Am Ende geht es 1:5 aus, das haben die Busenbacher auch ihrem großartigen Torwart zu verdanken. Denn auch er liebte Ball und hielt ihn oft. Es heißt den Ball? Ach was. 1:5, denn Friedrichstal hatte Ball.