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Waldbaden kann alles – außer Fußball

FCG D1 – FV Sportfreunde Forchheim D1 4:4 (3:2)



(BJH) Bereits zwei Stunden vor Anpfiff wird im Friedrichstaler Supermarkt über das bevorstehende Spiel des FCG gegen den FV Sportfreunde Forchheim gesprochen: „Schon gehört, ein Verteidiger ist verletzt und fällt aus“. Die Woche zuvor wars ein Mittelfeldspieler gewesen, beide konnten immerhin als Verletzungsgrund „Fußball“ angeben. Es ist, wie es ist, und der Anpfiff verzögert sich ein paar Minuten, weil noch ein anderes Spiel stattfindet. Als es dann losgeht, geht es wirklich gleich los, die Zuschauer haben den Eindruck, es gilt verlorene Zeit aufzuholen. Fünf Minuten tummeln sich die FCGler vor dem Forchheimer Tor, ohne den Ball reinzubekommen, glücklicherweise gehen im Gegenzug auch die Konter von Forchheim nicht rein. Der Germanentrainer ruft ein „Mutiger“ Richtung Spielfeld, ein Freistoß für den FCG landet in den Armen des Torwarts, danach spielen die Germanen aber wunderbar das 1:0 heraus. Der Trainer kommentiert: „Und jetzt redet ihr miteinander, ich muss gar nichts mehr sagen.“ Zack: 2:0. Aber der Trainer schweigt nicht, das geht ja auch gar nicht, schließlich wissen alle, dass „Trainerbefehle reinrufen“ am Ende jeden Trainerlehrgangs geprüft werden. (Man stelle sich nur mal vor: Der stumme Klopp).

Die Fouls gegen die Germanen nehmen zu, einer der daraus resultierenden Freistöße landet in Minute 10 im Forchheimer Tor, 3:0. Hätte Tor des Monats werden können, wird am Ende aber eines unter vielen bleiben. In der 13. Minute darf Forchheim freistoßen, aber der Germanenkeeper hält, die Zahl 13 schreckt nicht (und vermutlich weiß er gar nicht, dass er in genau dieser Spielminute gefragt ist).

Allerdings gelingt Forchheim im letzten Drittel der ersten HZ das 3:1 und auch noch das 3:2. Im Halbzeitgespräch versucht es der Germanentrainer baumbeschattet wohl mit Waldbaden. Wenn das man gut geht, Waldbaden soll ja beruhigend wirken.


Waldbaden
Waldbaden

Ruhig ist da gar nichts mehr in Halbzeit zwei, sie beginnt mit einem Freistoß für Forchheim, deren Spieler sich noch nicht in die Herbstferien verabschiedet haben, sondern offensichtlich noch etwas erreichen wollen in diesem Spiel. Dazu wird auch schon mal ein Friedrichstaler Mittelfeldspieler von den Beinen geholt, der sonst durch gewesen wäre – es gibt Freistoß, das 4:2 fällt. Ein Germanenbetreuer ruft: „Auf den Ball gucken“, dabei wissen gute Spieler doch allein schon durch die Aura des Leders, wo er sich befindet. Nun denn, ob es nur der Blick war oder mehr – irgendwas hat sich da abgewandt vom Spiel, Folge: 4:3. Die Forchheimer greifen das „Mutige“ des Germanentrainers aus Halbzeit eins auf und feuern sich gegenseitig an, indem sie sich zurufen: „Auf Leute, die haben Angst!“ Es ist sehr laut am Spielfeldrand, die Forchheimer werden angefeuert und sind hoch motiviert. Der Ausgleich zum 4:4 gelingt ihnen durch einen Elfer, danach ist Schluss – und die Herbstferien beginnen.