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Tora et labora – Und der Fußballgott applaudiert

SG Siemens D1 - FCG D1 2:3 (0:1)



(BJH) Ein letztes Mal für 2019 heißt es für den FC Germania Friedrichstal „Auf zum Ligaspiel“, heute auswärts gegen Siemens. War das ursprüngliche Spiel für einen Sonntagmorgen zur Kirchenpredigtzeit angesetzt, findet es nun im Novemberabenddunkel scheinbar ohne den Segen von oben statt. Flutlicht statt Heiligenschein und die Germanen tappen die ersten zehn Minuten im Dunkeln. „Schaut auf den Ball“, ruft der Trainer. Vielleicht zu viele Worte, denn wie schon berichtet hat die Fußballsprache ihre eigenen Gesetze, eigentlich muss es „Schaut auf Ball“ lauten. Oder nur „Schaut auf“? Zu ihm, dem Fußballgott? Schließlich gibt es sie, die Hand Gottes. Wie dem auch sei, der SG Siemens schlägt sich zunächst gut und hat Chancen, die meistens aus Kontern resultieren. Aber dann fällt in Minute 21 das 0:1 und für Friedrichstal wird Licht, bleibt an und strahlt in Minute 39 noch heller, als Siemens das 0:2 kassiert. Das soll längst nicht der Endstand sein, mit einem verwandelten Elfer versucht sich Siemens an der Aufholjagd. Der Fußballgott schweigt dazu. Der sehr junge Schiedsrichter (ein Jünger?) macht seinen Job auch sehr ruhig.



Jedenfalls - nach dem Anschlusstreffer findet Siemens Unterstützung bei einer zuschauenden Mannschaft ihres Vereins, die am Spielfeldrand aufgereiht steht und kräftig anfeuert, woraufhin Siemens allerdings in Minute 47 das 1:3 einstecken muss. Da läuten die Kirchenglocken, was nichts anderes ist als Applaus von ganz, ganz oben. Von ihm, dem Fußballgott. Bestimmt, weil die Germanen die Füße einsetzen und ihm das Handspiel für heute ersparen, hat er doch so kurz vor Weihnachten mit Nächstenliebe alle Hände voll zu tun. Wahrscheinlich fällt auch deshalb das 2:3. Der Herr da oben arbeitet wohl auf ein Unentschieden hin, um alle irgendwie ein bisschen zu beschenken! Nein, nein -  wer kennt sie nicht, die alte Fußballweisheit „Tora et labora“? Gott weiß, wer mehr arbeitet (labora), verdient mehr Tore (Tora). Und so endet das Spiel heute entgegen dem vorausgegangenen gegen Weingarten mit einem Auswärtssieg der Germanen, was im Einklang mit dem Abpfiff erneut durch Kirchenglockengebimmel den Segen von oben erhält. Vielleicht wurde das Spiel ja verlegt, weil Sonntagmorgens gebetet (ora) wird, aber nur ora bringt halt keine Tora.