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1. Hallenspieltag der D1 um die Futsal-Kreismeisterschaft

Spieltag ohne I …

… aber mit ganz dickem Tüpfelchen



(BJH) Samstag. Schulfrei. Schlafen. Schlafen? Ach was, Frühstück gibts zur ungeliebten Erste-Schulstunde- Unzeit, heute allerdings eine akzeptable Uhrzeit, denn es ist nicht schlimm, dass man früh aufstehen muss, wenn das Wofür der Fußball ist. Sogar wohlwollend schauen die Jungs dann, wenn die Eltern als Zwischenmahlzeit Obst und Gemüse richten. Ist ja für ihren guten Zweck. Glatt könnte es statt „Nicht für die Schule, für das Leben lernt man“ „Nicht für den Trainer, für die Tore isst man“ heißen. Damit können die Spieler wenigstens etwas anfangen, Tore sind nicht so abstrakt wie gleich das ganze Leben. Wie dem auch sei, alle wirken ausgeschlafen an diesem Samstagmorgen und es kann losgehen. Sechs Spiele stehen an, wäre gut, wenn man das ein oder andere gewinnt.

Um 9. 22 Uhr (eigentlich große Pause) ist Anpfiff zu Spiel 1 gegen die JSG Dettenheim. Obwohl schon nach einer Minute das 1:0 für den FCG fällt, fällt den Eltern außer der Schiedsrichterchoregrafie bei einem Freistoß schnell auf, was sie bei der Ernährung doch vergessen haben: Zielwasser! Zwar gewinnen die Germanen mit 2:0, aber die Chancenverwertung ist suboptimal. Sogar der Gegner hilft ein wenig mit, damit es auch ja Tore gibt für den FCG.



Das muss bei Spiel 2 um 9.55 Uhr (man geht erfrischt und gestärkt aus der großen Pause in den Unterricht) gegen den FV Hochstetten besser werden. Dieses Mal stimmt das Outfit nicht, nach 30 Sekunden wird abgebrochen, Weiß gegen Weiß – das geht nicht, her mit den Leibchen, und weiter geht’s. Das Signalorange der Gegner blenden die Germanen aus oder deuten es um in den Sonnenaufgang, der für sie samstags frühestens jetzt beginnt und zackig fallen das 1:0 und 2:0. Der Endstand heißt dann 3:1, wieder bleiben die Chancen liegen, dafür machen die Jungs laut Zuschauern „So Dinger“ rein – und jeder Fußballinvolvierte weiß, was gemeint ist.

Spiel 3 gegen den VfB Knielingen beginnt mit einem Freistoß für die Germanen, den sie aber nicht reinmachen, das 1:0 fällt in Minute 3. Da verwandeln sie einen Freistoß vom allerfeinsten, und es wird durchgesagt, dass Knielingen nun dreimal gefoult hat, das nächste Mal gäbe es Strafstoß für die Germanen. Den brauchen sie nicht, sie gewinnen 4:0. Der Gegnertrainer nennt einen gefoulten FCG-Spieler „Mädchen“, an sich ein Kompliment, logisch, aber irgendwie hat er es wohl anders gemeint und das zeigt, mit wem man es heute zu tun hat, wenn man gegen den FCG antreten muss.

Um kurz nach 11.00 Uhr heißt der Gegner, der als schwer eingestuft wird, FV Linkenheim. Aber das ist eine Uhrzeit, in der man die ersten Schulstunden geschafft hat, den Rest bekommt man auch noch hin. Es winkt die Mittagspause. Linkenheim trägt rot und sieht es selbst, als die Anzeigentafel nach Abpfiff 3:0 für den FCG anzeigt. Übrigens hat zum wiederholten Mal ein Verteidiger Tore gemacht – Routine und Gewohnheiten verlassen ist gut für das Hirn. Und dann noch Obst und Gemüse neben der Bewegung - da lernen die Jungs wirklich fürs Leben.

Es geht auf 12.00 Uhr zu, Spiel 5 steht auf dem Plan. Können die Germanen noch gegen die SG DJK/FV Daxlanden punkten? Die Torchance durch Fehler des Gegners in den ersten Sekunden können sie nicht verwirklichen, das verdiente 1:0 fällt in Minute 3. Der Endstand lautet 3:0, die Germanen haben sich jetzt so richtig warm gespielt.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Im letzten Spiel ist es nach 12:00 Uhr und der FCG muss gegen Post Südstadt Karlsruhe 2 Leibchen anziehen. Grün. Na, dann kann ja nichts mehr schief gehen und das tut es auch nicht als der Endstand von 2:0 besiegelt, für wen es eben nach 12.00 Uhr war.

Normalerweise geht der Unterricht mindestens bis 13.00 Uhr, aber bei so viel Schweiß und 6 Siegen mit nur einem Gegentreffer heißt es jetzt: Hitzefrei. Runter mit dem Schweiß, rein ins Wochenende, mal schauen, was die Bundesliga heute so bietet. Während Väter für ihren Verein nun Bier als Zielwasser auf dem Couchtisch bereitstellen, greifen die Gewinnergermanen zur Fernbedienung, um Fifa zu spielen. Nach dem Spiel ist … eine abgedroschene Phrase und schwups schnappt die fußballbegeisterte Ehefrau das Bier weg. Bevor sie den ersten Schluck nimmt, ruft sie noch: „Jungs, Trikots waschen“ und meint Groß und Klein. Dann setzt sie sich und schaut Fußball, schließlich ist Samstag. Saison. Spieltag.