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Klatsche ohne Abklatschen

Kartenspiel FCG gegen die SG Siemens Karlsruhe

FCG U13 - SG Siemens U13 5:1 (0:1)

(BJH) Die Sonne scheint, aber es scheint nur warm und das erste Liga-Spiel 2020 beginnt aus hinlänglich bekanntem Grund mit „Ohne Abklatschen“, was sich als Aura entpuppen wird. Die Vorzeichen stehen somit schlecht. Schlecht spielt der FCG in der ersten Halbzeit nicht, die Chancen sind da, das meiste hat phasenweise die Siemens Abwehr und ihr Torwart zu tun, einzig das Tor, das Bellarabi kürzlich im Interview so schön umschrieb – Frage: „Was haben Sie gedacht, als der Ball im Tor war?“ Bellarabi: „Tor.“  ̶  fehlt. Die Germanen erarbeiten sich haufenweise Eckbälle aber erzielen keinen Treffer. Einmal fordert der Germanentrainer einen Spieler auf, gleich zu explodieren und meint damit, er solle sich im Laufduell beweisen. Dass das heute ein Duell ist, spüren gefoulte Spieler leider einmal mehr. Der Schiedsrichter, der wie immer Schwarz trägt, begleitet das Spiel in der ersten Hälfte eher unbemerkt und gibt somit den Fußballern die Chance auf Fair Play. Als die erste Halbzeit sich dem Ende nähert, fällt der Führungstreffer für die SG Siemens. Das 1:1 Sekunden später stellt die Frage, ob der Torwart den Ball in der Hand hatte. Die Stimme, die der Siemenstrainer erhebt, ist so laut, dass der Ball zugibt, in Kontakt mit dem Torwart gewesen zu sein. Der Ausgleichstreffer zählt nicht.

Die zweite Halbzeit bringt Verwandlung: Zu Beginn verwandelt Legende einen Freistoß zum 1:1, danach verwandelt sich das Fußballspiel in ein Kartenspiel. Gelb übertrumpft das leuchtende Siemenspink auf zwei Beinen, der FCG erhält einen Elfmeter, der gehalten aber wiederholt werden muss, weil der Torwart zu früh aus dem Tor kommt. Die Wiederholung bringt das 2:1 und im Anschluss eine Zeitstrafe von zwei Minuten für einen Siemensspieler. Die gelben Karten sind nun aus wie dieser Tage Nudeln und Klopapier, es gibt Rot für einen Siemensspieler, der sich nicht nehmen lässt, allen, die an gutem Fußballspiel interessiert sind, vorzumachen, wie man es nicht macht: er applaudiert dem Schiedsrichter. Der bewahrt Ruhe und verteilt wieder gelbe Karten wegen Foulspiel und Beleidigungen.

Im letzten Drittel der zweiten Halbzeit macht der FCG mit dem 3:1 den Deckel bis auf einen kleinen Schlitz zu. „Auf geht’s, dein Akku ist noch voll“, ruft ein Germanenfan dem Torschützen zu. Es wird noch das 4:1 (noch ein Elfmeter für den FCG) und 5:1 in den kleinen Schlitz hineinpassen. Das 5:1 wird sogar zweimal geschossen, denn das erste 5:1 wertet der Schiedsrichter auf Zurufen des Siemenstrainers fälschlicherweise als Abseits.

Am Ende kann sich also die farbenfrohe zweite Halbzeit nicht gegen die Germanen durchsetzen. Sie tragen Weiß … die Farbe der … Mannschaft.