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Der letzte Pokal

(BJH) Längst habe ich das Kalenderblatt Mai, auf dem mit Bleistift POKALFINALE eingetragen steht, umgeblättert. Schön wäre es gewesen. Der FC Germania Friedrichstal im Endspiel gegen den KSC. Wer weiß. Ausradiert habe ich die Pokalrunden, die die Jungs bis dahin hätten drehen müssen, nie. Nun sind es blasse Bleistiftnotizen, die am Ende diesen Jahres in der Altpapiertonne landen werden. Was bleibt ist nicht dennoch, sondern unbedingt eine großartige Zeit mit den Fußballern des Jahrgangs 07/08 und ihrem Trainer Thomas Hobich.

Neue Mannschaft – neues Glück und viel Geschick, titelte ich am 14. Juli 2019 meinen ersten Spielbericht und beendete den Artikel mit den Worten: Für die Trainer und D1-Fans vom FCG hätte es keinen besseren Auftakt geben können. Weiter so, es macht Spaß, so gutes Fußballspiel anzuschauen. Und ja: „Jetzt wissen wir, was eine Mannschaft ist!“ Schon nach dem ersten Spiel einer Mannschaft, die sich erst noch hätte bilden sollen, beneideten uns die Gegner um das erstklassige Mannschaftsgefüge. Oder um es weltpolitisch auszudrücken: schnell wuchs zusammen, was so offensichtlich zusammen gehörte.

Beinahe ein Jahr später feierten wir am 20. Juni 2020 unseren Saisonabschluss mit Corona, die sich als aussortierter Libero ins Spiel gedrängt hatte. Es ist wohl keiner Mannschaft so gut gelungen wie unserer, diesen Libero zu integrieren. Wir sind zusammen eins singen Fanta 4 und integrieren Clueso. Vorbildlich haben wir uns Corona nicht zum Feind gemacht (ätsch du blödes Virus), sondern sie (wieso eigentlich weiblich?) mitspielen lassen. Beim Abschiedsfest im Fußball-Tennis. So sahen wir Eltern noch einmal spannende Zweikämpfe trotz Kontaktarmut. Dargeboten von unserer zuverlässigen Elf, die die beste 11 aus 15 war, die sich ein Trainer nur wünschen kann. Der letzte Pokal ging an den Sieger des Fußball-Tennis-Turniers Felix, der diesen Preis durch seinen Ehrgeiz gewann.

Der letzte Pokal geht aber auch an Basti, den unverzichtbaren fliegenden Holländer; an Tomte die Katze, die sich oft gekonnt den Ball krallte; an Fynn die Kampfsau, die Kraftausdrücke körperlich verinnerlichte; an Simon die Legende, der sich den Namen durch seine wuchtigen Fernschüsse erspielte; an Jona den Ruhepol, ohne den keine Mannschaft auskommt; an Nick den Allrounder, der hier und dort Mannschaft und Gegner überraschte; an Eyk als Van Eyk - und wir wissen, es kann nur einen Eyk geben, nämlich unseren; an Niko, den Dribbelkünstler, der Trainer und Zuschauer nervös machte, aber oft genug im Ergebnis alle „Tor!“ schreien ließ; an Kjell, den Vorlagenspezialist, der schon als 8 jähriger noch vor seinem ersten Training  bei Thomas Hobich eben selbem gleich mal seine eigene Taktik vorlegte; an Timo die Konstante, unentbehrlich wie der Ruhepol; an Morris den Flitzer, der begleitet von „Go, Morris, go!“ oft noch einen Zahn zulegte; an Luka, der Tore aus dem Nichts schoss; an Sanijel den Wirbelwind, der als Turntalent nach den Spielen mit einzigartigen Showeinlagen glänzte; mit Louis – „Angriff? Mit links!“, denn auch damit brillierte die Mannschaft und last but not least nochmals an Felix als Mitglied des Zockertrios Felix, Niko und Kjell.

Der letzte Pokal geht natürlich auch an alle Spielereltern (später heißen sie Spielerfrauen) für Backen, Waschen, Fahrdienste, Zauberspray, Jubeln und Anfeuern … und noch Vieles mehr. Und natürlich an den Trainer Thomas Hobich, dem wir alle zusammen hoffentlich eine unvergessliche Saison hinterlassen.

Damit verabschiede ich mich nun als Spielberichterstatterin des Jahrgangs 07/08 des FC Germania Friedrichstal, lege den Bleistift beiseite und radiere nichts aus. Tschüss.

Eure Birgit